7 Fragen an Rebecca Michéle zu "Lebensgefährlich schön"

Dryas Verlag: 1. Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem aktuellen Buch „Lebensgefährlich schön“ gekommen?

Rebecca Michéle: Beim nun zweiten „Fall“ für die Hotelmanagerin Sandra Flemming greife ich die Themen „Model“ und „Misswahlen“ auf, die sich in den Medien stets großer Beliebtheit erfreuen. Wir alle schauen doch gern auf die „Schönen“ und „Reichen“ und wünschen uns manchmal, auch einmal wie diese zu sein.

Die Idee dazu war einfach da. Im Romantik-Hotel Higher Barton soll eine Misswahl stattfinden, und unter den schönen jungen Frauen entbrennen jede Menge Neid und Missgunst, weil jede natürlich die Wahl gewinnen möchte. Ich stellte mir vor, dass in dieser Welt viel Neid und Missgunst herrschen, und ich weiß, dass hinter den Kulissen, die uns die Medien zeigen, vieles anders und bei Weitem nicht so perfekt ist. Ein perfekter Nährboden für Morde …

Dryas Verlag: 2. Dies ist nun das zweite Buch rund um die Person Sandra Flemming. Was fasziniert Sie an Ihrer Romanfigur?

Rebecca Michéle: Sandra Flemming ist eine Frau voller Elan, die mit beiden Beinen im Leben steht und genau weiß, was sie will – und was sie nicht will. Bevor sie nach Cornwall kam, war Sandra sehr ehrgeizig und stellte ihre Karriere im Hotelfach in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns. Cornwall zieht jedoch jeden in seinen Bann, und Sandra erkennt bald, dass neben der Arbeit noch andere Dinge und vor allem Menschen wichtig sind. So findet Sandra Freunde, die ihr herzlichst zugetan sind und auf die sie sich immer verlassen kann. Eine gewisse Portion Neugierde, die Sandra antreibt, Verbrechern auf die Spur zu kommen, kann sie jedoch nicht unterdrücken.

Dryas Verlag: 3. Wer sind Ihre Vorbilder und warum?

Rebecca Michéle: Sandra ist eine reine Schöpfung meiner Fantasie; ein direktes Vorbild in der Gestalt einer anderen Person hat sie nicht. Für die Handlungsstrukturen und die „Ermittlungsarbeiten“ lehne ich mich an Vorlagen an, die ich selbst bevorzuge, z. B. Agatha Christie (Miss Marple und Hercule Poirot), Caroline Graham (Midsomer Murders – deutsch: Inspector Barnaby) oder auch der uns allen noch gut bekannte Inspector Columbo. Kriminalgeschichten, in denen Köpfchenarbeit und kluges Kombinieren im Vordergrund stehen, liegen mir mehr als blutrünstige Morde, wilde Verfolgungsjagden oder Schießereien.

Dryas Verlag: 4. Dies ist bereits das zweite Buch, das wir dieses Jahr mit Ihnen veröffentlichen. Wie holen Sie sich Ihre Inspiration, und gehen Sie beim Schreiben strukturiert vor?

Rebecca Michéle: Die Inspiration findet mich J. Irgendwann ist ein Zipfel der Idee in meinem Kopf und gestaltet sich weiter. Beim Plotten überlege ich mir genau, wie was zusammenhängt und dass am Ende alle offenen Fragen geklärt sind und alle Handlungsstränge logisch zusammenlaufen. Das ist bei jedem Roman wichtig, bei Krimis aber ein absolutes Muss. Während des Schreibprozesses lasse ich meine Figuren jedoch einfach am Rand des roten Fadens freien Lauf; so kommt es dazu, dass ich von der zuerst entwickelten Idee durchaus abweiche und Handlungsstränge einbaue, die nicht vorgesehen waren. Am Ende muss nur alles stimmig sein.

Dryas Verlag: 5. Sie waren früher leidenschaftliche Turniertänzerin. Welches ist Ihr Lieblingstanzstil, und tanzen Sie heute noch?

Rebecca Michéle: Dreißig Jahre habe ich aktiv am Turniertanzsportgeschehen teilgenommen, darunter auch fünf Jahre in einer Standardformation in der 1. Bundesliga. Turniere bestreite ich heute keine mehr, bin aber noch als Tanztrainerin tätig. Die dafür notwendigen Ausbildungen hierzu habe ich 1989 begonnen, seitdem unterrichte ich ununterbrochen den für mich schönsten Sport der Welt. Mein Mann, ebenfalls Trainer, und ich gehen regelmäßig tanzen und trainieren ab und zu auch auf Turnierniveau. Das gehört einfach zu meinem Leben und bietet mir den perfekten Ausgleich zu der Schreibtischarbeit, wenn ich meine Romane schreibe.

Ich mag alle klassischen Gesellschaftstänze, meine Lieblingstänze sind Slowfoxtrott, Rumba und Jive.

Facebook Fan: 6. Welche Autoren lesen Sie gerne? Bevorzugen Sie ein Genre? Und was ich noch gerne wissen möchte: Wo lesen Sie am liebsten?

Rebecca Michéle: Herzlichen Dank für diese interessante Frage, die ich sehr gern beantworte.

Seit meiner Kindheit lese ich so gut wie alle Genres mit dem Setting Großbritannien. Von Agatha Christie, Jane Austen, Daphne du Maurier, den Geschwistern Brontë und Victoria Holt (auch deren Pseudonyme) habe ich alle Veröffentlichungen gelesen und greife auch heute immer wieder dazu.
Weitere Autor/-innen, deren Werke ich immer lese, sind: Charlotte Link, Rebecca Gablé, Ken Follett, Petra Durst-Benning und Micaela Jary.
Thomas Mann lese ich auch gern und immer wieder.
Ansonsten lese ich quer Beet, wenn mich ein Thema und/oder Setting interessiert. Bezüglich des Genres bin ich nicht festgelegt. Es gibt so tolle Bücher, auch sehr interessante Sachbücher.
Die Harry-Potter-Reihe zählt ebenfalls zu meinen Lieblingsbüchern.

Im Sommer lese ich vorrangig im Liegestuhl im Garten, im Winter auf meinem gemütlichen Sofa und in der Badewanne. Auch im Bett kuschele ich mich gern mit einem Buch ein. Dabei kann es dann auch mal spät, bzw. früh werden, wenn ein Buch mich so richtig fesselt.
Ich fahre häufig mit der Bahn, dann ist auch immer ein Buch dabei. Verspätungen stören mich nicht sehr, denn dann habe ich noch mehr Zeit, um zu lesen. Es geschah auch schon, dass ich bei einer spannenden Stelle im Text vergaß, an der richtigen Haltestelle auszusteigen und von der nächsten aus wieder zurückfahren musste.

Dryas Verlag: 7. Wenn Sie sich 3 Themen überlegen, was ist Ihnen in Ihrem Leben besonders wichtig?

Rebecca Michéle:

  1. Körperliche und geistige Gesundheit für all meine Lieben und für mich.
  2. Gegenseitiger Respekt unter allen Menschen – gleichgültig, welcher Hautfarbe, Religion oder welch sexueller Orientierung sie angehören.
  3. Dass die Menschen endlich erkennen mögen, dass Gewalt nur wieder Gewalt erzeugt und Kriege das Schrecklichste sind, was Menschen auf dieser Erde anrichten können.

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